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Zukunftsforum 2019

15.09.2019
Am 23.09.2019 lädt REA zur Buchpräsentation und Podiumsdiskussion in die Kellerei in Reutte

REUTTE. Wer ein E-Mail von der Regionalentwicklung Außerfern (REA) bekam erfuhr zugleich, dass der Bezirk Reutte kein Ort ist, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Über 15 Jahre lang verwendete der Verein Mailadresse und Domainname „allesausserfern.at“. Kürzlich erschien ein Buch mit diesem Wortspiel als Titel. Die Autorin, Ksenia Konrad, ist gebürtige Russin, die es der Liebe wegen ins Außerfern verschlagen hat. Sie ist Germanistin und Sprachtrainerin für Menschen aus aller Herren Länder, die im Außerfern Deutsch lernen. In ihrem Buch verarbeitet sie ihre eigenen Integrationserfahrungen sowie die ihrer Schülerinnen und Schüler. Das Buch richtet sich an alle, „die mit Ausländern arbeiten, neben ihnen wohnen oder sich ein Bild über die Situation abseits der Fernsehberichterstattung machen wollen“, so die Autorin. Als der Verlag bei REA anfragte, ob ALLES AUSSER FERN als Titel verwendet werden darf, stand für REA-Obmann Alois Oberer und Geschäftsführer Günter Salchner fest: Das Buch muss der Botschaft dienen. Und das tut es, sind sich beide sicher. In den 1960er Jahren gab es im Außerfern noch rund 600 Geburten pro Jahr. Seit 20 Jahren sind es gerade halb so viele. Schülerzahlen sinken, Arbeitsplätze bleiben unbesetzt.

Vor diesem Hintergrund stellt REA an Wirtschaft und Gesellschaft die Gretchenfrage: Brauchen und wollen wir Zuwanderung? Ob Industrie, Tourismus oder Pflege, in ganz Mittel- und Nordeuropa werden Fachkräfte gesucht. Das Allgäu wirbt bereits intensiv mit tollen Jobs und hoher Lebensqualität. In diesem internationalen Wettbewerb ist das Außerfern kein „Sehnsuchtsort“ gut ausgebildeter Menschen. Selbst die Mehrzahl anerkannter Flüchtlinge verlässt die Region. Daraus schließt Salchner: „Wenn wir eine qualifizierte Zuwanderung wollen, müssen wir sie aktiv steuern. Dies umfasst auch die Integration im Sinne eines Förderns und Forderns. Das Allgäu macht es uns vor.“ Seit rund einem Jahr bemüht sich die REA-Mitarbeiterin Sieglinde Breuss um eine bessere Integration von anerkannten Flüchtlingen. Diese Aktivitäten sind auszudehnen auf ausländische Fachkräfte und Menschen mit Integrationsdefiziten, die bereits seit Jahren im Außerfern leben. Hierfür braucht es einen Schulterschluss von Unternehmen, Gemeinden und Tourismusverbänden. Ein wichtiger Partner sind auch die Islamischen Kulturvereine.

Um Bewegung in die Sache zu bringen, lädt REA nun mit Autorin Ksenia Konrad zur Buchpräsentation mit anschließender Podiumsdiskussion. Über die Themen Willkommenskultur und Integration diskutieren die Autorin, Landesrätin Gabriele Fischer, REA-Obmann Alois Oberer und Klaus Fischer, Geschäftsführer der Allgäu GmbH.

Diese Veranstaltung findet statt am 23.09. um 19.00 Uhr in der Außerferner Kleinkunstbühne „Die Kellerei“ in Reutte, Tauschergasse 3. Der Eintritt ist frei.

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