Wir retten eine (fast) unbekannte Art
Das Artenschutzprojekt Bayerische Kurzohrmaus (Microtus bavaricus)
Schutz der Bayerischen Kurzohrmaus: Ein Projekt in der Euregio Zugspitz Wetterstein Karwendel
Die Bayerische Kurzohrmaus zählt zu den seltensten Säugetieren Europas und ist laut der Roten Liste der IUCN als vom Aussterben bedroht (kritisch gefährdet) eingestuft. Bis 2023 war ihr einziges bekanntes Vorkommen in Nordtirol, nahe dem Alpenzoo Innsbruck-Tirol. Entdeckt wurde die Art 1962, doch nach ihrer Verschollenerklärung galt sie über Jahrzehnte als ausgestorben, bis sie 2023 in Mittenwald, Bayern, wiederentdeckt wurde. Diese Maus hat nicht nur eine ökologische Bedeutung für den Lebensraum, sondern spielt auch eine zentrale Rolle im Artenschutz.
Seit 2021 beherbergt der Alpenzoo Innsbruck-Tirol die ersten Tiere dieser bedrohten Art und konnte eine erfolgreiche Erhaltungszucht etablieren. Diese Entwicklung hat internationales Medieninteresse geweckt, etwa in National Geographic und ARTE. Ab 2022 wurden Nachzuchten in andere Zoos, darunter den Tierpark Berlin und den Zoo Salzburg, abgegeben. Die Forschungsergebnisse werden derzeit in Fachjournalen veröffentlicht.
Der Alpenzoo arbeitet eng mit Partnern wie der Vogelschutzwarte Garmisch-Partenkirchen und dem Land Tirol zusammen, um die Art zu schützen. Um den Schutz der Bayerischen Kurzohrmaus weiter voranzutreiben, wird ab Januar 2025 eine neue Position des Artenschutzkoordinators geschaffen. Dieser wird die Aktivitäten koordinieren und die Marke „Artenschutzzentrum“ etablieren, um den nachhaltigen Schutz der Art zu fördern. Auch das Monitoring der Bestände auf bayerischer und auf Tiroler Seite sowie eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit stehen im Fokus. Geplant sind jährliche Medienauftritte, Workshops und Informationsmaterialien, um das Bewusstsein für den Schutz der Bayerischen Kurzohrmaus zu erhöhen und grenzüberschreitende Standards zu etablieren.
Das Engagement für die Bayerische Kurzohrmaus ist entscheidend – ihre Bedrohung ist größer als die vieler bekannter Tiere wie Tiger und Panda.
Leadpartner: Verein Alpenzoo Innsbruck-Tirol
Projektpartner: Staatliche Vogelschutzwarte Garmisch-Partenkirchen
Projektart: Interreg Mittelprojekt
Gesamtkosten: € 97.653
Fördersatz: 75%
Das Projekt wurde für den Zeitraum 01.01.2025 bis 31.12.2026 genehmigt.