23.08.2024
Engagierte Jäger im Bezirk Reutte bekämpfen erfolgreich das Drüsige Springkraut und Co.
KLAR! News von Alexander Höfner:
Neophyten („Neu-Pflanzen“) gelten als gebietsfremde Arten, die in neue Gebiete eingeführt wurden. Als invasive Neophyten gelten dabei besonders konkurrenzstarke Arten mit schnellem Wachstum und effizienter Vermehrung. Im Bezirk Reutte liegt der Fokus vor allem auf vier weit verbreiteten Arten: Dem Drüsigen Springkraut, dem Riesen-Bärenklau, der Kanadischen Goldrute und dem Japanischen Staudenknöterich. Diese Neophyten vermehren sich stark, was die einheimische Flora zunehmend bedroht. Durch den Klimawandel profitieren sie zusätzlich: Mildere Winter reduzieren sie weniger stark als früher, während heimische Arten langsamer auf die klimatischen Veränderungen reagieren. Außerdem begünstigt er ihr Vordringen in höhere Lagen und erweitert damit das „Flächenpotenzial“ für eine Besiedlung durch Neophyten – ein Vorgang, der bereits im Gange ist.
Besonders verbreitet im Bezirk Reutte ist das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera). An Standorten, wo sich das Springkraut ausbreitet, geht die Vielfalt heimischer Pflanzen verloren. Da es keine tiefen Wurzeln bildet und im Herbst abstirbt, macht es das Gelände besonders anfällig für Bodenerosion. In Zeiten zunehmender Starkregenereignisse stellt dies, insbesondere in Hanglagen, ein ernsthaftes Problem dar.
Vor allem in Gewässernähe und an Entsorgungsplätzen wuchert das Springkraut und verdrängt andere Pflanzen, die Licht zum Wachsen benötigen. Vereinzelt findet man es auch an Wildfütterungen vor. Jäger Thomas Barbist hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Springkraut an seiner Fütterung im Gemeindegebiet Weißenbach zu bekämpfen. „Die Bekämpfung des Springkrauts hat für uns eine hohe Priorität. Wir möchten den heimischen Pflanzenbestand schützen und die Artenvielfalt in unserer Region erhalten“, ergänzt er.
Das Entfernen des Springkrauts an einem Standort ist aufwendig, aber machbar. Wichtig ist, dass die Pflanzen vor der Samenreife entfernt werden – am besten bevor die Blüten ihre Farbe zeigen. Um nachhaltige Erfolge zu erzielen, muss das Springkraut über mehrere Jahre hinweg entfernt werden, da der Samenvorrat bis zu fünf Jahre im Boden keimfähig bleibt. Die Jäger erhalten dabei tatkräftige Unterstützung vom Naturpark Tiroler Lech, der Schutzgebietsbetreuerin Caroline Winklmair, dem Verein ISSBA und der KLAR! Außerfern.
Naturpark und KLAR! begrüßen die Initiative der engagierten Jäger. ISSBA-Mitarbeiter Manfred Müller und sein engagiertes Team entfernen bereits seit einigen Jahren Neophyten an ausgewählten Wildfütterungen. Langsam, aber sicher, zeigen sich auch erste Fortschritte: „Unsere harte Arbeit trägt Früchte. Wir bemerken, dass die Bestandsdichte deutlich abgenommen hat“, freut sich Jäger Bernhard Hauser.