25.04.2025
Schulung mit Experten am 18. Juni vormittags in Pflach - organisiert von der KLAR!
Invasive Neophyten, also problematische(!) gebietsfremde Pflanzenarten, breiten sich im Bezirk Reutte zunehmend aus. Ihre „Erfolgsstrategien“ sind schnelles Wachstum, starke Konkurrenzkraft und effiziente Vermehrung. Im Außerfern stehen vier Arten besonders im Fokus: das Drüsige Springkraut, der Riesen-Bärenklau, die Kanadische Goldrute und der Japanische Staudenknöterich. Doch auch der Gemeine Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch, der als Zierpflanze in Europa eingeführt wurde, ist zunehmend auf dem Vormarsch: Eine Pflanze kann pro Jahr mehrere Millionen Samen ausbilden, die sich mit dem Wind über große Distanzen verbreiten. So besiedelt das Pioniergehölz beispielsweise bereits die Kiesbänke mancher Fließgewässer. All diese Pflanzen haben eines gemeinsam: Sie können ökologische, wirtschaftliche und/oder gesundheitliche Schäden anrichten.
Massive Auswirkungen auf Natur und Mensch!
Die Auswirkungen sind je nach Art unterschiedlich: Da drüsige Springkraut fördert indirekt die Bodenerosion und verringert durch seine Dominanz die Bestäubung heimischer Pflanzen. Der Riesen-Bärenklau gilt als besonders gefährlich – bei Kontakt kann sein Pflanzensaft in Verbindung mit Sonnenlicht verbrennungsähnliche Hautschäden auslösen. Die Kanadische Goldrute verdrängt durch ihren dichten Wuchs heimische Arten, während der Japanische Staudenknöterich mit seinem kräftigen unterirdischen „Erdspross“ sogar Infrastruktur beschädigen kann. Der Schmetterlingsstrauch verhindert das Aufkommen einheimischer Pionierarten, die bestimmte Schmetterlingsarten zur Eiablage benötigen und die den Raupen als Futterpflanze dienen.
Zu alle dem kommt der Klimawandel den gebietsfremden Pflanzen zugute: Milder verlaufende Winter und eine längere Vegetationsperiode begünstigen das Vordringen in höhere Lagen. „Vor allem das Drüsige Springkraut ist im Bezirk inzwischen vielerorts anzutreffen“, sagt Caroline Winklmair, Schutzgebietsbetreuerin im Naturpark Tiroler Lech. Wo es wächst, nimmt die Artenvielfalt ab, und das Gelände wird durch den Verlust tief wurzelnder Pflanzen anfälliger für Erosion – eine ernsthafte Herausforderung in Anbetracht der zunehmenden Starkregenereignisse.
Was können wir tun?
„Besonders wichtige Grundsätze des Neophyten-Managements sind die ‚Problemvermeidung durch Prävention‘ und die ‚Setzung von Bekämpfungsmaßnahmen im Frühstadium des Auftretens gebietsfremder Arten‘“, betont Winklmair. Dafür ist besonders die Unterstützung aus der Bevölkerung von großer Bedeutung.
Schulung „Invasive Neophyten erkennen und richtig damit umgehen“
Um Personengruppen zu informieren, die mit der Neophyten-Problematik im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit konfrontiert sind, veranstalten die KLAR! Außerfern und die Schutzgebietsbetreuung eine Schulung mit theoretischem (Indoor) und praktischem (Outdoor) Teil.