Bildnachweis: © KEM KLAR! Alexander Hoefner

Studie zum Lech

09.04.2025
Die Auswirkungen des Klimawandels - Studie zeigt klimatische Verschiebung im Ablussverhalten

Der Klimawandel wird das Abflussverhalten des Lechs in den kommenden Jahrzehnten deutlich verändern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Bachelorarbeit der Universität Wien in Zusammenarbeit mit der KLAR! Außerfern. Die Geographin Larissa Voss hat in ihrer Arbeit das Einzugsgebiet des Lechs am Pegel Lechaschau untersucht und mithilfe des renommierten hydrologischen Modells (HBV-Light) simuliert, wie sich Temperatur- und Niederschlagsveränderungen auf den Fluss auswirken könnten.

Im Fokus standen dabei zwei Klimaszenarien: ein moderates Emissionsszenario (RCP4.5) und ein Szenario mit ungebremsten Emissionen (RCP8.5). Simuliert wurde jeweils der Zeitraum von 2071 bis 2080. Grundlage war eine langjährige Datenreihe sowie historische Hochwasserereignisse wie jene von 1999 und 2005.

Weniger Wasser im Sommer, mehr im Winter

Die Studie kommt zu einem klaren Ergebnis: Während sich der mittlere Jahresabfluss insgesamt nur leicht verändert, verschiebt sich die saisonale Verteilung des Wassers deutlich. Im Winter und Frühjahr ist mit deutlich höheren Abflüssen zu rechnen, was das Hochwasserrisiko erhöht. Hochwasserereignisse, die aktuell alle 30 Jahre vorkommen, werden in Zukunft voraussichtlich alle fünf bis zehn Jahre eintreten. Zudem beginnt die Schneeschmelze früher, und Extremniederschläge treten häufiger auf. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend unter dem Szenario RCP8.5.

Im Sommer hingegen sinken die Abflüsse – was zu einer geringeren Wasserverfügbarkeit führen kann. „Das könnte künftig Auswirkungen auf Landwirtschaft, Energieproduktion und den Tourismus haben”, erklärt Alexander Höfner von der KLAR!.

Anpassung dringend notwendig

Die Ergebnisse unterstreichen aus Sicht der Autorin die Notwendigkeit, sich regional auf veränderte klimatische Bedingungen einzustellen. „Wasserbewirtschaftung und Hochwasserschutz müssen künftig noch stärker an die zu erwartenden Veränderungen angepasst werden”, so Voss. Die Arbeit liefert damit eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung lokaler Anpassungsstrategien.

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