15.01.2026
REA-Vorstand beschließt kostenlose Beratungen für die kommenden zwei Jahre
REUTTE. Im Außerfern gibt es noch eine große Anzahl historisch gewachsener Ortskerne. Sie sind das Herzstück der Gemeinden und prägen deren Identität. Leider stehen in vielen Ortszentren Gebäude leer oder werden nur teilweise genutzt. Häufig wird ein Abriss zugunsten eines Neubaus in Betracht gezogen – mit tiefgreifenden Auswirkungen auf das gewachsene Ortsbild.
Genau hier setzt die Initiative „Leerstand reaktivieren – Ortskerne bewahren“ an. Ziel ist es, bestehende Gebäude durch umfassende Beratung und gezielte Förderungen zu erhalten, sinnvoll weiterzuentwickeln und mit neuem Leben zu füllen. Damit werden Ortskerne langfristig gestärkt und gleichzeitig Zersiedelung und zusätzlicher Bodenverbrauch für den Wohnbau reduziert.
Kostenlose Beratung für Bauherren, Betriebe und Gemeinden
Für Eigentümerinnen und Eigentümer leerstehender oder teilweise leerstehender Gebäude in Ortskernen, die einen Um- oder Ausbau, eine Sanierung oder eine neue Nutzung planen, bietet die Initiative kostenlose und umfassende Beratungen an. Das Angebot richtet sich an private Bauherrinnen und Bauherren ebenso wie an Betriebe und Gemeinden.
Die Beratungen werden von einer drei Architekten durchgeführt: Arch. Dipl. Ing. Martin Köck, Arch. Dipl. Ing. Matthias Scheiber und Arch. Dipl. Ing. Harald Kröpfl durchgeführt. Zu den Beratungsschwerpunkten zählen baukulturelle und architektonische Fragestellungen, der sensible Umgang mit historischer Bausubstanz, die Prüfung möglicher Förderungen sowie die Vernetzung mit relevanten Ansprechpartnern, etwa der Abteilung Dorferneuerung des Landes Tirol, dem Tiroler Bodenfonds oder dem Bundesdenkmalamt.
Attraktive Fördermöglichkeiten
Die Revitalisierung bestehender Gebäude wird in Tirol durch verschiedene Förderprogramme von Bund und Land gezielt unterstützt. So etwa durch die Förderungen für Holzbau und Ortskernrevitalisierung im Regionalwirtschaftlichen Programm für die Naturparkregion Lechtal-Reutte. Dadurch ist eine Sanierung nicht nur aus baukultureller und ökologischer Sicht sinnvoll, sondern oftmals auch wirtschaftlich attraktiv.
Die Regionalentwicklung Außerfern (REA) ist Träger des Projekts „Begleitung von Prozessen zur Stärkung von Orts- und Stadtkernen – Reaktivierung des Leerstands im Bezirk Reutte“ (LE-77-04-BML-2024-31156). Das Projekt läuft seit Anfang 2025 und wird von der Europäischen Union, dem Bund und dem Land Tirol gefördert.
Im Rahmen der REA-Vorstandssitzung Anfang Dezember wurde der Zwischenbericht der Arbeitsgemeinschaft präsentiert und wohlwollend zur Kenntnis genommen. Der REA-Vorstand beschloss einstimmig die Weiterbeauftragung für weitere zwei Jahre.
Die Beratungsleistungen werden in den Planungsverbänden Lechtal und Reutte bereits gut angenommen. Für die kommenden zwei Jahre plant die Arbeitsgemeinschaft eine verstärkte Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit, damit das Beratungsangebot in allen Gemeinden des Bezirks bekannter wird. Gebäude – auch aus den 1970er- und 1980er-Jahren – sollen als wertvolle und erhaltenswerte Substanz wahrgenommen werden. Ergänzend sind Exkursionen zu gelungenen Best-Practice-Projekten in Planung, die als Inspirations- und Motivationsquelle dienen sollen.
Kontakt Beratung:
Arbeitsgemeinschaft „Architekturstube“
Arch. Dipl.-Ing. Matthias Scheiber
Arch. Dipl.-Ing. Martin Köck
E-Mail: mail@architekturstube.eu
Tel.: +43 650 536 5615 | +43 677 634 28118